Alles Wissenswerte über Ecuador: Ihr umfassender Reiseführer

Andres Gonzalez Pampe · Zuletzt aktualisiert am 15.09.2025 · Lesedauer ca. 15 Minuten

Informationen zur Reise nach Ecuador

In diesem umfassenden Reiseführer möchten wir Ihnen alle häufig gestellten Fragen beantworten und wichtigen Informationen an die Hand geben, um Ihre Reise nach Ecuador zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Egal, ob Sie auf der Suche nach Abenteuer, Entspannung oder kulturellen Begegnungen sind, hier finden Sie alles, was Sie wissen müssen.

Was ist die Hauptstadt von Ecuador?

Quito ist die Hauptstadt von Ecuador und mit einer Seehöhe von durchschnittlich 2850 Metern die höchste Hauptstadt der Welt. 2 Millionen Einwohner leben im direkten Stadtbereich.
Quito, Hauptstadt von Ecuador

Wie ist der offizielle Staatsname Ecuadors?

Ecuador, auf deutsch auch Ekuador, wird auf spanisch República del Ecuador genannt. In der zweiten Amtssprache Kichwa heißt es “Ecuador Mamallacta”.

Auf welchem Kontinent liegt Ecuador?

Ecuador liegt im Westen Südamerikas, es grenzt im Norden an Kolumbien, im Osten und Süden an Peru und im Westen an den Pazifischen Ozean.
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Wie groß ist die Bevölkerung Ecuadors?

Laut dem letzten Zensus in 2024 hat Ecuador 17 700 320 Einwohner.
(Link: https://www.ecuadorencifras.gob.ec/proyecciones-poblacionales/)

Welche Amtssprache wird in Ecuador gesprochen?

Die offizielle Amtssprache von Ecuador ist Spanisch, während die zwei am meisten gesprochenen indigenen Sprachen Kichwa und Shuar zur interkulturellen Kommunikation des Staates genutzt werden. Insgesamt werden in Ecuador noch 14 indigene Sprachen gesprochen.
Die Sprachen Ecuadors, eines mehrsprachigen Landes

Wie ist die Lebenserwartung der Bevölkerung in Ecuador?

In Ecuador liegt die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahr 2024 bei 80 unter Frauen und 73 bei Männern.
Statistiken zur durchschnittlichen Lebenserwartung in Ecuador

Wie groß ist die Fläche Ecuadors?

Laut offiziellen Daten beträgt die Landesfläche Ecuadors 256 370 km2, und ist damit etwas grösser als Grossbritannien.​​

Welches Regierungssystem hat Ecuador?

Ecuador ist eine Präsidialrepublik, in der das Staatsoberhaupt auch gleichzeitig Regierungschef ist, mit einer repräsentativen Demokratie und einem Mehrparteiensystem.​​​

Wer ist der Präsident von Ecuador?

Daniel Noboa Azín amtiert seit Dezember 2024 als Präsident von Ecuador. Er wurde durch das Parteienbündnis ADN (Acción Democrática Nacional) in seinem Wahlkampf unterstützt. Obwohl er keiner klar definierten politischen Linie folgt, konzentriert er sich hauptsächlich auf die Bekämpfung der Kriminalität, die Förderung des Wirtschaftswachstums und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Seine Amtsperiode endet im Februar 2025.​​​
Präsidenten der letzten 20 Jahre
Lucio Gutiérrez2003-2005
Alfredo Palacio2005-2007
Rafael Correa2007-2009
Rafael Correa2009-2013
Rafael Correa2013-2017
Lenín Moreno2017-2021
Guillermo Lasso2021-2023
Daniel Noboa2023-2025

Welche geografischen Regionen gibt es in Ecuador?

Die geografische Vielfalt Ecuadors ist bemerkenswert und resultiert aus mehreren Faktoren: seiner Lage direkt am Äquator, dem Aufeinandertreffen des warmen Panamastroms und des kalten Humboldtstroms an seiner Küste sowie den immensen Höhenunterschieden zwischen dem Meeresspiegel und den Gipfeln der Anden. Diese Gegebenheiten führen zu einer klaren Gliederung des Landes in vier Hauptregionen:​
BezeichnungLageBesonderheiten
Küste (Costa)Pazifikküste und –ebene westlich der Anden, bis 1000 M.ü.M.Das tropische Klima bedingt eine üppige Natur, Mangrovenwälder und reichhaltige Landwirtschaft. Traumhafte Sandstrände wechseln sich ab mit Fischerdörfern und Hafenstädten.
Andenhochland (Sierra)Im Landesinneren, erstreckt sich 800km in Nord-Süd-Richtung. Höchster Punkt: Chimborazo (6263 M.ü.M.)Das gebirgige Hochland wird von gletscherbedeckten Vulkanen gekrönt. Indigene Dörfer wechseln ab mit Bergseen in Nationalparks sowie einige der wichtigsten Städte Ecuadors.
Amazonasgebiet (Oriente)Von den Andenhängen auf 1000 M.ü.M bis auf ca 100 M.ü.M. östlich der Anden.Das Amazonasgebiet bietet eine immense Artenvielfalt, die von indigenen Kulturen genutzt und geschützt wird. Große Flüsse sind das Tor für Naturliebhaber in unberührten Regenwaldregionen.
Galapagos-Inselnetwa 1000 km vor der Küste Ecuadors, auf dem Äquator.Dieses vulkanische Archipel besticht durch seine einzigartige Geographie und zahlreichen endemische Pflanzen- und Tierarten, die als “Labor der Evolution” besonders schützenswert sind.

Was sind die wirtschaftlichen Hauptsektoren in Ecuador?

Ecuador ist traditionell ein bedeutender Exporteur von Erdöl und landwirtschaftlichen Produkten, jedoch hat der Dienstleistungssektor in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Der ungefähre Anteil der Sektoren am BIP variiert leicht:

  • Dienstleistungssektor (55-60%): Handel, Tourismus, Finanzdienstleistungen, Transport.
  • Erdöl (15-20%)
  • Landwirtschaft (10-15%)
  • Fischerei (6-10%)

Wie hoch ist das BIP Ecuadors?

Im Jahr 2023 lag das BIP Ecuadors bei 118,84 Milliarden, die Wachstumsrate lag bei 2,4% im Vergleich zum Vorjahr.​

Wie hoch ist die Inflationsrate in Ecuador?

Die Inflationsrate von Ecuador lag 2023 bei 2,2%, und im Jahr 2024 bei 1,87%.​

Welche Währung hat Ecuador?

US-Dollar; bis 50 Cent auch ecuadorianisch geprägte Münzen. Um der galoppierenden Inflation des Sucre entgegenzuwirken, entschied sich Ecuador im Jahr 2000 zur Dollarisierung und führte den US-Dollar als Währung ein.​

Welche Religion ist in Ecuador vorherrschend?

Seit der spanischen Kolonialisierung ist der Katholizismus die dominierende Religion in Ecuador. Dennoch gibt es im Land eine beachtliche protestantische Minderheit. Besonders interessant ist das Phänomen des Synkretismus, bei dem sich katholische und indigene Glaubensvorstellungen vermischen. Darüber hinaus gewinnt die Säkularisierung in der ecuadorianischen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung.​

Welche sind die höchsten Berge in Ecuador?

Ecuador besitzt einen ganz besonderen Gipfel: Der Chimborazo überragt Ecuador mit einer Höhe von 6263 Metern über dem Meeresspiegel. Er ist jedoch mehr als nur der höchste Berg des Landes: Da die Erde am Äquator eine deutliche Ausbuchtung aufweist, ist der Chimborazo, vom Erdmittelpunkt aus gemessen, der am weitesten entfernte Punkt der Erde. Sein Gipfel liegt über zwei Kilometer weiter vom Erdzentrum entfernt als der des Mount Everest, obwohl dieser über dem Meeresspiegel höher ist. Nachfolgend finden Sie eine Liste der zehn höchsten Gipfel Ecuadors:​
Die 10 höchsten Berge Ecuadors
Chimborazo6263
Cotopaxi5897
Cayambe5790
Antisana5758
Altar5319
Iliniza Sur5245
Sangay5230
Iliniza Norte5126
Tungurahua5023
Carihuayrazo5018

Was sind die wichtigsten Städte in Ecuador?

In Ecuador konzentriert sich das städtische Leben auf die Küstenregionen und das Andenhochland, wo etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben. In diesen Städten treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander und die bewegte Vergangenheit des Landes ist allgegenwärtig – ob in der Architektur, den Museen oder den lokalen Legenden. Drei Städte ragen besonders hervor:​

Quito

Die lebendige Hauptstadt Quito ist nicht nur Regierungssitz, sondern auch ein faszinierendes Zeugnis der Geschichte. 1534 von den Spaniern auf Inka-Ruinen gegründet, birgt die Altstadt ein architektonisches Erbe von unschätzbarem Wert. Als UNESCO-Weltkulturerbe bewahrt sie Bauwerke aus fünf Jahrhunderten, die die Entwicklung der Stadt eindrucksvoll dokumentieren.​
Quito, Hauptstadt von Ecuador, Tourismus

Guayaquil

Die „Perle des Pazifiks“ ist mit ihrer Lage am Ufer des Flusses Guayas und dem geschäftigen Hafen ein pulsierendes Zentrum des Handels. Die Uferpromenade „Malecón 2000“ lädt zum Flanieren und Genießen des maritimen Flairs ein. Guayaquil ist die bevölkerungsreichste Stadt Ecuadors und ein wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt.​
Guayaquil, Tourismus in Ecuador

Cuenca

Cuenca gilt als das kulturelle Herz Ecuadors. Die Altstadt, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein harmonisches Zusammenspiel südamerikanischer Farbenpracht und europäischer Architektur. Hier findet man traditionelles Kunsthandwerk in höchster Qualität, darunter filigrane Goldschmiedearbeiten, kunstvolle Keramik und die weltbekannten ecuadorianischen Strohhüte. Darüber hinaus locken zahlreiche Museen und eine vielfältige Gastronomie.​
Das historische Cuenca, das kulturelle Herz Ecuadors

Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es in Ecuador?

Als Vielvölkerstaat besitzt Ecuador ein außergewöhnlich reiches kulturelles Erbe. Hinzu kommt eine beeindruckende Artenvielfalt und atemberaubende Landschaften. Diese einzigartige Kombination aus Natur- und Kulturschätzen hat dazu geführt, dass einige Stätten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.​​
Materielles KulturerbeSeitBegründung
Historische Altstadt von Quito1978Das am besten erhaltene und am wenigsten veränderte historische Stadtzentrum Südamerikas, mit reichen Kunstschätzen.
Galapagos Inseln1978/2001Die einzigartige vulkanische Formation der Inseln und deren Isolierung von Festland, die zur Entstehung vieler endemischer Arten führte, sind ein einzigartiges Laboratorium der Evolution.
Sangay Nationalpark1983Dieser Nationalpark enthält alle Ökosysteme von Regenwald bis Gletscher, wird von vielen bedrohten Tierarten bewohnt und ist einer der wichtigsten Wasserspeicher der Region.
Altstadt von Cuenca1999Das Altstadtzentrum vereint Kolonialbauten und reiche städtische Bauten aus dem 16. Bis 20. Jahrhundert, neben Ruinen der Inkas und Cañaris, deren Steine teils zum Bau der ersten Kirchen verwendet wurden.
Qhapaq Ñan – Andines Wegnetz2014Diese Wegnetz von über 30.000 Kilometern wurde von den Vorinkakulturen und Inkas in den Anden sowie in das Tiefland hinein gebaut. Es vereint alle Länder entlang der Andenkette.
Inmaterielles KulturerbeSeitBegründung
Mündliches Erbe und Kultur des Volkes der Zápara2008Die Repräsentation vieler indigener Stämme des Amazonasgebietes, mit besonders reichem Wissen an Heilpflanzen und Mythen, stark bedroht durch äußere Faktoren.
Flechtkunst der Hüte aus Toquilla-Stroh (sogenannte “Panama-Hüte”)2012Über Generationen weitergegebenes Wissen der Flechtkunst dieser besonders feinen Hüte, die ländlichen Familien ein nachhaltiges und faires Einkommen ermöglichen.
Marimbamusik und Traditionelle Tänze der Region Esmeraldas und kolumbianische Pazifikküste2015Die Marimba, Gesang und Tanz der afrikanischstämmigen Bevölkerung von Esmeraldas wird in verschiedensten Momenten des Lebens eingebunden und über Generationen weitergegeben.
“Pasillo” Gesang und Dichtung2021Ein Musikstil, der im 19. Jahrhundert aus verschiedenen indigenen und europäischen Musikstilen fusionierte und sich bis heute weiterentwickelt.

Welche besonderen Attraktionen gibt es in Ecuador?

Was macht ein Reiseziel wirklich besonders? Sind es die atemberaubenden Landschaften, die reiche Kultur oder die einzigartigen Erlebnisse? In Ecuador findet man all das und noch viel mehr. Dieses Kapitel widmet sich den besonderen Attraktionen dieses südamerikanischen Landes und beantwortet die Frage, warum Ecuador ein unvergessliches Reiseerlebnis verspricht.

Was ist La Mitad del Mundo?

Die Mitad del Mundo (Mitte der Welt) ist ein ikonischer Ort in Ecuador, der symbolisch die Äquatorlinie markiert, die die Erde in die nördliche und südliche Hemisphäre teilt.

In Ecuador gibt es mehrere Orte, die sich in der Nähe des Äquators befinden, die bekannteste davon ist die «Ciudad Mitad del Mundo» (Stadt der Mitte der Welt) nördlich von Quito. Das Herzstück ist ein 30 Meter hohes Denkmal mit einer Weltkugel an der Spitze. Eine gelbe Linie verläuft durch das Gelände und soll den Äquator darstellen. Besucher können hier mit einem Fuß auf der Nordhalbkugel und dem anderen auf der Südhalbkugel stehen.
Die Idee, den Äquator an dieser Stelle zu markieren, geht auf die französische Geodätische Mission im 18. Jahrhundert zurück. Wissenschaftler dieser Mission führten genaue Messungen durch, um die Form der Erde zu bestimmen und den Äquator zu lokalisieren. Obwohl moderne GPS-Messungen gezeigt haben, dass der tatsächliche Äquator etwa 240 Meter nördlich der markierten Linie verläuft, bleibt die Ciudad Mitad del Mundo ein wichtiges Symbol und eine beliebte Touristenattraktion.
Mitte der Welt Ecuador
Während das offizielle Äquatordenkmal ein beliebtes Touristenziel ist, gibt es in der Umgebung zwei weniger bekannte, aber dennoch interessante Alternativen: Das Museum „Inti Ñan“ lockt mit spielerischen, wenn auch nicht wissenschaftlich haltbaren „Experimenten“ am Äquator und bietet Einblicke in indigene Kulturen aus dem Hochland und dem Amazonas.
Im Gegensatz dazu bietet der „Punto Cero“ ein authentisches Erlebnis: Hier kann man den Äquator mit GPS selbst finden und vom Besitzer viel über das astronomische Wissen der präkolumbischen Völker erfahren, anschaulich dargestellt anhand einer indigenen Sonnenuhr, Landkarten und Fotografien.

Warum ist der Cotopaxi so besonders?

Der Cotopaxi ist aus mehreren Gründen ein ganz besonderer Vulkan:

Höhe und Erscheinungsbild: Mit einer Höhe von 6.897 Metern ist der Cotopaxi einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt und der zweithöchste Berg Ecuadors. Seine gleichmäßige Kegelform, bedeckt mit einem beeindruckenden Gletscher, macht ihn zu einem atemberaubenden Anblick und einem ikonischen Wahrzeichen des Landes.
Aktiver Vulkan: Der Cotopaxi gehört zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas und ist in den letzten Jahrhunderten mehrmals ausgebrochen, zuletzt im Jahr 2015. Dies macht ihn zu einem Objekt intensiver wissenschaftlicher Beobachtung und Forschung.

Gletscher: Der Cotopaxi besitzt einen der wenigen Gletscher in Äquatornähe. Dieser Gletscher ist trotz der tropischen Lage aufgrund der enormen Höhe des Vulkans vorhanden. Er ist eine wichtige Wasserquelle für die umliegenden Gebiete das jedoch durch den Klimawandel bedroht ist.
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Nationalpark: Der Cotopaxi liegt im Herzen des Nationalparks Cotopaxi, einem Schutzgebiet mit einer einzigartigen Páramo-Landschaft. Diese hochandine Graslandschaft beheimatet eine vielfältige Flora und Fauna, darunter Andenkondor, Füchse und verschiedene Vogelarten. Der Nationalpark bietet zudem Möglichkeiten zum Wandern, Bergsteigen und für andere Outdoor-Aktivitäten.

Kulturelle Bedeutung: Der Cotopaxi hat auch eine wichtige kulturelle Bedeutung für die indigenen Völker der Region. Er wird als heiliger Berg verehrt und ist Teil ihrer Mythologie und Traditionen.

Herausforderung für Bergsteiger: Der Cotopaxi ist ein beliebtes Ziel für Bergsteiger aus aller Welt. Die Besteigung ist jedoch anspruchsvoll und erfordert Erfahrung im Hochgebirge sowie eine gute Akklimatisation. Die Kombination aus Höhe, Gletscher und vulkanischer Aktivität macht die Besteigung zu einer besonderen Herausforderung.

Was macht den Otavalo-Markt einzigartig?

Der Otavalo-Markt ist einer der größten und wichtigsten indigenen Märkte in Südamerika.

Jeden Samstag verwandelt sich ein Großteil der Stadt in einen lebendigen Marktplatz mit einer enormen Auswahl an Produkten. Unter der Woche findet man den Kunsthandwerksmarkt auf der „Plaza de Ponchos“. Der Markt ist fest in der Kultur der indigenen Bevölkerung der Otavalo-Region verankert.
Die meisten Händler sind Mitglieder der Kichwa-Gemeinschaft, die für ihre herausragenden Webtechniken und ihr handwerkliches Können bekannt sind.
Besonders berühmt ist der Markt für seine Textilien: Von handgewebten Stoffen über Ponchos und Decken bis hin zu Schals, Wandteppichen und Kleidung wird hier eine große Bandbreite angeboten. Darüber hinaus findet man auch handgefertigten Schmuck, kunstvolle Schnitzereien, traditionelle Musikinstrumente und Bilder. Obwohl eine gewisse Tendenz zur Massenproduktion erkennbar ist - wodurch sich der Besuch von Handwerkerfamilien im Umland für Liebhaber hochwertiger Einzelstücke empfiehlt - trägt die Mischung aus bunten Waren, traditionell gekleideten Händlern sowie den vielfältigen Geräuschen und Gerüchen zu einer unverwechselbaren Atmosphäre bei.
reisefuehrer/otavalo-market-ecuador
Tipp: Einige unserer Reisen besuchen Otavalo sowie die Umgebung von Otavalo. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal liegt darin, dass wir familiäre Unterkünfte der Yatari Gemeinde anbieten. Beispielsweise führt Sie unserer Highlights & Geheimtipps Kompakt Reise nach Otavalo.

Gibt es eine Zuglinie durch Ecuador?

Die Geschichte der Eisenbahn in Ecuador ist eng mit dem Wunsch verbunden, die Küste mit dem Hochland zu verbinden.

Der Bau der sogenannten „Ferrocarril Transandino“ begann im späten 19. Jahrhundert und war ein monumentales Unterfangen, das von zahlreichen Herausforderungen geprägt war, darunter die schwierige Topographie der Anden, tropische Krankheiten und finanzielle Engpässe. Das wohl spektakulärste Teilstück der Strecke ist die „Nariz del Diablo“. Hier mussten die Ingenieure eine fast senkrechte Felswand überwinden. Um dies zu erreichen, wurde die Strecke in Zick-Zack-Form in den Berg gehauen, sodass der Zug mal vorwärts, dann rückwärts den steilen Hang hinauffahren konnte. Diese Meisterleistung der Ingenieurskunst machte die Verbindung zwischen Küste und Hochland überhaupt erst möglich. Die Eisenbahn wurde dadurch zum Motor der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, verlor jedoch mit dem Ausbau des Straßennetzes an Bedeutung.

Gegen Ende des Jahrhunderts wurden nur noch wenige, oft heruntergekommene Streckenabschnitte für touristische Zwecke genutzt. Im Jahr 2007 begann jedoch ein Wendepunkt: Mit großem Aufwand wurden historische Strecken restauriert, was 2013 zur feierlichen Wiedereröffnung der gesamten Strecke zwischen Guayaquil und Quito führte. Der „Tren Crucero“, ein luxuriöser Zug, bot daraufhin Reisenden die Möglichkeit, die Strecke in mehreren Tagen auf komfortable Weise zu erleben. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten und mangelnder Rentabilität wurde der Betrieb jedoch während der Corona-Pandemie per Präsidentenerlass eingestellt und ist bis heute unterbrochen. Hoffnung besteht jedoch, dass die spektakuläre Teilstrecke der Teufelsnase bis 2025 wieder befahrbar sein wird. Auf Ihrer Reise durch Ecuador werden Sie immer wieder auf Teilstücke des alten Eisenbahnnetzes stoßen, wie verschiedene alte Bahnhöfe und Orte, die rund um diese entstanden, wie zum Beispiel Guamote, Riobamba und Alausí.

Welche traditionellen Feste gibt es in Ecuador?

Ecuador, ein Land von bemerkenswerter kultureller Vielfalt, zelebriert seine reichen Traditionen und Bräuche in einer Vielzahl von Festen.

Diese sind mehr als nur farbenfrohe Veranstaltungen; sie sind lebendige Zeugnisse der indigenen, afrikanischen und spanischen Einflüsse, die die ecuadorianische Identität geprägt haben. Durch Musik, Tanz und traditionelle Kostüme bieten sie einzigartige Einblicke in die Geschichte und die Weltanschauung des Landes.
Für Reisende sind diese Feste eine unvergessliche Gelegenheit, die authentische Kultur Ecuadors kennenzulernen.

Hier sind einige der wichtigsten und interessantesten traditionellen Feste in Ecuador:

Inti Raymi (Fest der Sonne):

Zeitpunkt: Sonnenwende im Juni (meist 21. Juni)
Bedeutung: Dieses alte Inka-Fest ehrt den Sonnengott Inti und dankt für die Ernte. Es ist eines der wichtigsten indigenen Feste in den Anden und wird vor allem von den Kichwa-Gemeinden gefeiert.
Feierlichkeiten: Inti Raymi ist geprägt von tagelangen rituellen Tänzen, Musik, traditionellen Speisen und Zeremonien. Otavalo, Cotacachi und Ingapirca haben besonders eindrucksvolle Zeremonien.

Mama Negra (Santisima Tragedia, die “Heilige Tragödie”):

Zeitpunkt: Zwei Umzüge: 24. September und 11. November, in Latacunga.
Bedeutung: Fest unbekannten Ursprungs zu Ehren der Gnadenjungfrau von Latacunga (Virgen de la Merced), die das Volk vor den Vulkanausbrüchen des Cotopaxi schützen soll.
Feierlichkeiten: Bei einem unvergleichbar farbenfrohen Umzug reitet die “Mama Negra” und ihr Gefolge durch die Strassen von Latacunga. Die verschiedenen dargestellten Persönlichkeiten entspringen teils indigener Mythologie, andere sind volkstümliche Interpretationen spanischer Persönlichkeiten.

Día de los Difuntos (Tag der Toten):

Zeitpunkt: 2. November
Bedeutung: Dieser Tag ist den Verstorbenen gewidmet. Familien besuchen die Gräber ihrer Angehörigen, schmücken sie mit Blumen und bringen ihren toten Angehörigen Speisen und Getränke dar.
Feierlichkeiten: Der Día de los Difuntos ist eine Mischung aus indigenen und katholischen Traditionen. Typische Speisen sind „Colada Morada“ (ein purpurrotes Getränk aus Früchten und Gewürzen) und „Guaguas de Pan“ (brotförmige Figuren).

Carnaval:

Zeitpunkt: Die Tage vor Aschermittwoch
Bedeutung: Karneval ist ein ausgelassenes Fest mit Musik, Tanz, Umzügen und vor allem Wasserschlachten. Es ist eine Zeit der Freude und des Übermuts.
Feierlichkeiten: In verschiedenen Regionen Ecuadors wird Karneval unterschiedlich gefeiert. In Guaranda ist der Karneval besonders bekannt für seine traditionellen Umzüge und Kostüme. In anderen Regionen wird mit Mehl, Eiern und Wasser aufeinander geworfen.

Monigotes de Año viejo (Puppen des Alten Jahres):

Zeitpunkt: 31. Dezember
Bedeutung: Verabschiedung aller negativen Momente und Erinnerung an alles Positive im letzten Jahr. Die Pappmaché-Puppen werden betrauert und dann verbrannt. Ein Fest, das mit allen Nachbarn gerne auf der Straße gefeiert wird.
Feierlichkeiten: In vielen Bereichen der Küste, aber auch im Hochland basteln Familien Puppen aus brennbarem Material. Diese wird auf der Straße ausgestellt, von der “Witwe” wird Geld für die Beerdigung eingesammelt und um Mitternacht im Beisein aller verbrannt. In manchen Regionen gibt es Wettbewerbe um die größten und schönsten Monigotes.

Weiterführende Infos & nützliche Artikel

Galapagos-Insel Bartolomé, Ecuador
Ecuador Galapagos crucero

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