Höhenkrankheit in Quito & Cotopaxi vermeiden – so beugen Sie vor

Humboldt Adventure · Zuletzt aktualisiert am 25.06.2026 · Lesedauer ca. 10 Minuten

Was ist die Höhenkrankheit (Soroche)?

Viele Reiseziele in Ecuador liegen hoch – Quito auf 2.850 Metern, der Cotopaxi noch deutlich darüber. Die Höhenkrankheit, in Ecuador „Soroche“ genannt, entsteht durch zu schnellen Aufstieg und betrifft nicht nur Bergsteiger, sondern auch Städte- und Wanderreisende. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sie sich in den allermeisten Fällen vermeiden.

Ab welcher Höhe wird es relevant?

Unakklimatisierte Reisende können ab einer Schlafhöhe von etwa 2.500 Metern Symptome entwickeln. Das Leitsymptom ist Kopfschmerz, dazu kommen häufig Appetitlosigkeit, Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel oder Schlafstörungen. Die Beschwerden treten meist nicht sofort auf, sondern einige Stunden bis etwa einen Tag nach dem Aufstieg.

Die ernsten Formen erkennen

In seltenen Fällen entwickeln sich lebensbedrohliche Formen: das Höhenhirnödem (HACE) mit Gangunsicherheit und Verwirrtheit und das Höhenlungenödem (HAPE) mit Atemnot, die nicht zur Anstrengung passt. Die goldene Regel lautet: Bei Symptomen nicht höher schlafen – und wenn sie sich trotz Pause nicht bessern, absteigen. Das Auswärtige Amt rät, bei anhaltenden Symptomen unter eine Höhe von 2.000 Metern abzusteigen.

Wie hoch liegen Quitos Sehenswürdigkeiten wirklich?

Es hilft zu wissen, auf welche Höhen Sie sich einlassen. Viele beliebte Ziele liegen oberhalb der 2.500-Meter-Marke:

OrtHöhe
Flughafen Quito (Tababela)2.400 m
Otavalo2.532 m
Cuencarund 2.560 m
Quito (Stadt)2.850 m
Quilotoa (Kraterrand)rund 3.900 m
TelefériQo Quito (Bergstation Cruz Loma)rund 3.945 m
Cotopaxi (Parkplatz)rund 4.500–4.600 m
Cotopaxi (Berghütte Refugio José Rivas)4.864 m
Cotopaxi (Gipfel)5.897 m
Chimborazo (Gipfel)6.263 m

Stadt ist nicht gleich Flughafen

Gut zu wissen: Der Flughafen liegt mit 2.400 Metern niedriger als die Stadt Quito selbst (2.850 m). Sie landen also nicht auf der vollen Höhe, gewinnen aber auf der Fahrt in die Stadt schnell an Höhe.

Wie beugen Sie der Höhenkrankheit vor?

Der wichtigste Schutz ist Zeit: Wer dem Körper erlaubt, sich langsam anzupassen, vermeidet die meisten Probleme. Diese Grundsätze haben sich bewährt:

Die wichtigsten Regeln

Langsam aufsteigen – „hoch steigen, tief schlafen“: Tagsüber dürfen Sie höher hinauf, zum Schlafen kehren Sie tiefer zurück.
Schlafhöhe begrenzen: oberhalb von rund 2.500 bis 3.000 Metern nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter pro Tag höher schlafen, mit einem Ruhetag etwa alle 1.000 Meter.
Akklimatisieren: zwei bis drei Nächte auf mittlerer Höhe, bevor es höher hinaufgeht.
Viel trinken und in den ersten 48 Stunden auf Alkohol und große Anstrengung verzichten.
Auf den Körper hören: bei Symptomen nicht höher – bei Verschlechterung absteigen.

Was ist mit Medikamenten und Coca-Tee?

Medikamente

Zur Vorbeugung und Behandlung leichter Höhenkrankheit wird in der Reisemedizin Acetazolamid (Diamox) eingesetzt; es ist verschreibungspflichtig und in Deutschland für diesen Zweck nur „off-label“ verfügbar – lassen Sie sich vorab ärztlich beraten. Dexamethason ist ein Notfallmedikament für schwere Fälle und gehört in ärztliche Hand. Gegen Höhenkopfschmerz helfen rezeptfreie Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol – sie lindern aber nur das Symptom, nicht die Ursache. Konkrete Dosierungen besprechen Sie bitte mit Ihrer reisemedizinischen Beratung.

Coca-Tee – mit Vorsicht

Der traditionelle „mate de coca“ gilt in den Anden als Hausmittel gegen Soroche. Drei Hinweise: Erstens ist er kein medizinisch belegtes Heilmittel. Zweitens kann er positive Drogen- und Dopingtests auslösen, da er Kokain-Abbauprodukte im Urin hinterlässt. Drittens ist die Einfuhr von Coca-Blättern nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz illegal – genießen Sie den Tee also höchstens vor Ort und nehmen Sie nichts über die Grenze mit.

Quito: Wie gehen Sie die ersten Tage richtig an?

Direkt aus dem Flachland auf 2.850 Meter

Reisende aus dem deutschsprachigen Raum fliegen meist direkt vom Meeresniveau nach Quito – der Körper hat keine Gelegenheit, sich unterwegs anzupassen. Nehmen Sie die ersten ein bis zwei Tage bewusst ruhig: leichte Stadtspaziergänge statt großer Wanderungen, viel trinken, wenig Alkohol. So legen Sie die Basis für die höheren Etappen wie den Cotopaxi. Genau deshalb planen wir bei unseren Reisen die Akklimatisierung von Anfang an mit ein.
Quito auf 2.850 Metern – die ersten Reisetage sollten ruhig angegangen werden

Diese Reisen sind auf die Höhe abgestimmt

Wer in die Anden möchte, ist mit einer durchdachten Reihenfolge der Höhen gut beraten. Unsere Ecuador Wanderreise – Anden & Gipfel und die Reise „Straße der Vulkane & Galápagos“ bauen die Höhe Schritt für Schritt auf. Die beste Jahreszeit für die Berge finden Sie im Reisekalender für Ecuador & Galápagos.

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten

Dieser Beitrag bietet allgemeine Reiseinformationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie sich vor einer Höhenreise reisemedizinisch beraten – besonders bei Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Im Zweifel gilt auf Höhe immer: lieber einen Tag mehr Zeit nehmen und bei anhaltenden Beschwerden absteigen.

Weiterführende Infos & nützliche Artikel

Blick über Quito vor der Andenkulisse – das Hochland Ecuadors lässt sich ganzjährig bereisen
Küste der Galápagos-Insel Isabela – Ausgangspunkt für Inselhopping und Kreuzfahrten

Unsere Unterstützung für Ihre Ecuador-Reise

Als erfahrener Reiseveranstalter mit Teams in Deutschland und Ecuador begleiten wir Sie von der Planung bis zur Rückkehr. Dank unserer lokalen Partner und deutsch- sowie spanischsprachigen Reiseexperten sind Sie jederzeit gut betreut.