Umwelt und soziale Verantwortung


Die Folgen Ihrer Ecuador Reisen auf Mensch und Umwelt


Fernreisen stehen zunehmend unter einem schlechten Ruf. Zum großen Teil zu Recht, insbesondere, wenn es um die CO2 Klimabilanz geht. Doch es gibt auch andere Aspekte. Ich lade Sie dazu ein, unsere Reisebeschreibungen zu lesen, und sich an jedem Tag zu fragen, welche Wirkung Sie an jedem Tag auf Mensch und Umwelt entfalten.

Menschen in Ecuador und Lateinamerika


So schön das Land auch ist, man darf sich auch vor Augen führen, dass es in Ecuador praktisch kein Sozialsystem gibt. Wer keine Arbeit hat, hat kein Einkommen; das heißt, kein Einkommen für Wohnung, Nahrung oder Familie. Es gibt leider sehr viele Ecuadorianer und Ecuadorianerinnen ohne Arbeit. Die meisten Menschen in Ecuador haben kein geregeltes Einkommen. Für die Minderheit mit geregeltem Einkommen liegt der Mindestlohn bei rund 420,- USD monatlich.


Die Priorität liegt für die meisten Ecuadorianer (und in weiten Teilen auch für Lateinamerikaner) in der Subsistenz, im wirtschaftlichen Überleben. Darüber hinaus träumen viele Ecuadorianer von einem Auto, etwas Status, Sicherheit und der Möglichkeit, doch mal etwas Geld ansparen zu können, um vielleicht der Familie eine kleine Inlandsreise bieten zu können oder Geld für die Ausbildung der Kinder zu haben.


Welche Auswirkungen hat in dieser Hinsicht Ihre Reise auf die Menschen ?





Auswirkungen auf die Menschen


Unterkünfte


Wenn Sie die verschiedenen Unterkünfte der Reisen betrachten, werden Sie feststellen, dass diese zu rund 45 % mittelständischen und zu über 50 % kleinen Betrieben zugehören. Es handelt sich zum Beispiel um den Gemeindetourismus in Otavalo oder der indigenen Familie im Amazonas Gebiet, welche ohne die Einnahmen der Reisenden genötigt ist, Wald für die Viehhaltung zu fällen. Auch wenn es sich in Städten zum Beispiel um kleine bis mittelständische Hotelbetriebe handelt, so werden dank Ihrer Reisen Arbeitsplätze geschaffen. Diese Familien regen mit ihrer wirtschaftlichen Subsistenz die lokale Wirtschaft an und fördern weitere Arbeitsplätze.

Transport


Die Regierung von Rafael Correa (2007 – 2017) legte Wert darauf, die Tourismusbetriebe zu „entmonopolisieren“. So darf eine Reiseagentur beispielsweise keinen eigenen Transport anbieten. Das führt dazu, dass es eine Vielzahl kleiner Transportunternehmen gibt. Auch wir arbeiten mit kleinen und zuverlässigen Transportunernehmen zusammen.


Kulturelle Identität


Noch vor etwa 70 Jahren war die Mehrheit der indigenen Andenbevölkerung in Ecuador und Südamerika praktisch Sklaven. Auch jetzt noch gilt für viele Ecuadorianer die indigene Kultur als rückständig und minderwertig, wie das „Schimpfwort“ Indio widerspiegelt. Ähnlich verhält es sich mit der indigenen Amazonasbevölkerung, welche vor 50 Jahren in der Mehrheit unkontaktiert war. Auch die ursprünglich aus Afrika stammenden Küstenbewohner werden oft als „Negros“ entwertet.


Man könnte sich fragen, was es mit einem macht, wenn die eigene Kultur und Identität von der Gesellschaft verpönt wird, sodass es einem sogar unangenehm sein kann, öffentlich die Sprache seiner Eltern und Großeltern zu sprechen.


Ihre Reisen fördern die kulturelle Identität der verschiedenen Völker. Sie gibt indigenen Sprachen und Gebräuchen Wert und unterstützt die Erhaltung indigener Kulturen und antiken Wissens.





Auswirkung auf die Umwelt in Ecuador


Massentourismus in Ecuador ?


Man könnte meinen, der Massentourismus würde auch in Ecuador, ähnlich wie am Mittelmeer, zu Umweltschäden führen. Zur Zeit gibt es in Ecuador „zum Glück“ noch nicht den Massentourismus – Effekt mit schädlichen Folgen. Trotzdem gibt es Anlaufstellen, wo Touristen in hoher Zahl eintreffen, wie beispielsweise den Nationalparks des Cotopaxis, Cuyabeno oder Baños de Ambato. Bisher hat das die Entstehung der Nationalparks gefördert und statt eines „unkontrollierten Massentourismus“ eher zu einer Überreglementierung und Umweltschutz geführt.


Ausdehnung der Siedlungsgrenzen und Waldrodung durch Viehhaltung


Vielleicht stellt die Viehhaltung und die Ausdehnung der Siedlungsgrenzen in Ecuador die schwerwiegendste Umweltbedrohung dar. Anbauflächen sind oft knapp und viele Bewohner haben keine andere Subsistenzmöglichkeit als Landwirtschaft und Viehhaltung. So werden immer höhere Gebiete in den Anden besiedelt. Ähnlich wird an der Küste und im Regenwald immer tiefer in den Urwald eingedrungen, um Platz für Viehhaltung zu schaffen. Nicht nur dass Viehhaltung eine negative CO2 Bilanz aufweist, auch die Rodung der Urwälder ist natürlich für das Klima schädlich. Ihre Reisen fördern Naturschutzgebiete, Umweltschutz und bieten den Menschen wirtschaftliche Alternativen.

Erdölförderung im Regenwald


Der Gedanke, dass Ihre Fernreise einerseits klimaschädliche CO2 Emissionen auswirft und gleichzeitig Naturschutzgebiete fördert, ist schon ein wenig paradox. Der Schutz des Regenwaldes und die Respektierung der Naturschutzgebiete haben der Erdölförderung bisher zwar keinen Einhalt bieten können, förderten aber eine „vorsichtigere“ Erdölförderung.